WEIHNACHTSGEDICHTE

 

Nikolaus

 

Nikolaus, Nikolaus, komm ins Haus.
Ich hoffe, du lässt die Rute aus.
Kinder singen ein Liedchen vor.
Oh höre, wie es klingt im Chor.
Lass mich ein Gedicht aufsagen.
Aber dann möcht' ich auch was haben.
Und lass die Großen laufen,
die können sich was kaufen

 

 

* * *

Was die Engelein
Was die Engelein im Himmel machen,
Ei, das ist ein fröhlich`Getu`
Sie singen und springen und scherzen und lachen
Und spielen "Blinde Kuh"-
Sie essen des Mittags an goldenenTischen
und trinken aus silbernen Becherlein,
die Mutter Maria sitzt lächelnd dazwischen
mit ihrem goldenen Glorienschein.
Am Abend da betet das Christkind mit ihnen,
gibt jedem ein Küßchen zur guten Nacht,
dann schlummern sie hinter den Wolken Gardinen,
Mond und Sterne halten Wacht

 

* * *

 

 

Nur noch einmal wird es dunkel

(Bruno Horst Bull)


Nur noch einmal wird es dunkel,
nur noch einmal wird es Nacht.
Wird es wieder Abend werden,
hat Knecht Ruprecht was gebracht.

Aus dem Walde wird er kommen,
wo verschneite Tannen stehn,
und sechs große zahme Hirsche
sind vor dem Gefährt zu sehn.

Glocken klingen, und der Schlitten
ist bis obenhin bepackt.
Ach, was hat der gute Alte
für die Kinder eingesackt!

Äpfel, Nüsse und Rosinen,
Kuchen, Kekse, Marzipan,
Engelshaar und Mandarinen,
Hampelmann und Eisenbahn.

Weiß du noch vom letzten Jahre,
als der Tannenbaum gebrannt,
wie es war, als lang erwartet
in der Tür Knecht Ruprecht stand?

Nur noch einmal wird es dunkel,
nur noch einmal wird es Nacht.
Wird es wieder Abend werden,
hat Knecht Ruprecht was gebracht.

 

* * *

Im Weihnachtshimmel

Im Weihnachtshimmel war Hochbetrieb
die Englein schafften mit Mehl und Sieb,
sie schleppten Eier herbei und Speck,
und wirkten mit Schüsseln und Nudelbrett.
Das war ein Kneten und ein Rühren,
ein formenstechen und Feuerschüren,
da wurden Rosinen gewaschen und Nüsse geknackt,
und auch die Mandeln ganz fein gehackt.
Viel hatte der Weihnachtsmann zu bedenken,
denn er mußte das ganze Backfest ja lenken,
und alles probieren und darauf achten,
daß die Englein auch nichts Verkehrtes machten.
Gerade wollte er ein neues Gebäck anfangen,
da war ihm der Zucker ausgegangen.
Er rief: "He, Pausback,
hol uns rasch einen neuen Zuckersack!"
Der strich sich zurecht die verwirrten Locken,
und machte sich hurtig auf die Socken.
Er flog in den Vorratsraum hinaus
und suchte den größten Zuckersack aus.
Doch weil der zum Tragen ihm viel zu schwer,
schleifte er ihn einfach hinter sich her.
Als er vorbei kam am Sternentor,
zog der Mond mit seiner Herde hervor.
Rasch wollte der Engel vorbei sich zwängen,
doch der Sack blieb an der Mondsichel hängen.
Es gab einen Riß und tat einen Knack,
ein großes Loch hatte der Zuckersack,
und wie ein Glitzerstrahl rieselte munter,
der Zucker auf die Erde hinunter.
Am Himmelsfenster stands Engelein,
und wußte vor Schreck nicht aus noch ein.
Doch auf der Erde war große Freud,
Ein Kinderjubel: "Es schneit! Es schneit!"
Und Dächer und Zäune schauten herauf,
mit schneeweißen, zuckrigen Häubchen auf.
Da hat der Weihnachtsmann herzlich gelacht:
"Pausback, das hast du fein gemacht!"

 

* * *

 

Knecht Ruprecht

(Theodor Storm)


Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
All überall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit grossen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."
- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach:" So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

 

Mädchen, Buben, spitzt die Ohren,
was ist heute für ein Tag?
Macht Euch weiter keine Sorgen,
was der Abend bringen mag.
Heut ist Weihnacht, Heilger Abend,
liegt kein Schnee ist's auch nicht schlimm,
denn die richtge Weihnachtsfreude
ist tief in Euch selber drin.
Gibts auch wieder viele Packerln,
strahlt der Christbaum wunderschön,
werden diese Kinderträume
doch einmal zu Ende gehn.
Weihnacht ist das Fest des Schenkens,
Fest der Liebe spät im Jahr.
Nehmt aus diesen Kindertagen
ruhig mit, wie's für Euch war.

Doch vergesst nicht auf das Eine,
das den Abend heilig macht:
dass in jenen fernen Tagen
Gott hat auch an Euch gedacht.
Was zur Krippe Hirten brachten,
war nicht Gold, Weihrauch und Wein.
Brachten sich, kaum andre Gaben,
konnten ruhig sie selber sein.
Es ist einfach, was zu kaufen,
Schenken muss nicht teuer sein:
Hören, Reden, Zeit aufbringen,
diese Gaben sind nicht klein.
Sind auch mehr Alltäglichkeiten,
kann man jeden Tag verschenken.
Gegen Jahreswechsel ist es
nicht zu spät, dies zu bedenken.

 

* * *

 

Advent


Advent das ist die stille Zeit,
die Tage schnell verrinnen.
Das Fest der Liebe ist nicht weit,
fangt an euch zu besinnen!
Es gab wohl manchmal Zank und Streit
ihr habt euch nicht vertragen,
vergesst das Jetzt und seid bereit,
euch wieder zu vertragen.
Denn denk nicht nur an's eigene Glück,
du solltest danach streben,
und anderen Menschen auch ein Stück
von deiner Liebe geben.
Der eine wünscht sich Ruhm und Geld,
die Wünsche sind verschieden.
Ich wünsche für die ganze Welt
nur Einigkeit und Frieden

 

* * *


Ein Weihnachtsgedicht

Tannenbaum und Glitzerschein,
gutes Essen, guter Wein,
Geschenke wurden aufgetürmt
die Kinder kommen reingestürmt!

Stundenlang war ausgedacht
wird nun endlich ausgepackt,
Vieles freut und manches macht Gram.
Nicht immer passt der Weihnachtskram!

Freud' und Friede unterm Baum
ist der Familienweihnachtstraum!
Doch still und stumm steht ganz allein
das Christkind unbeachtet dort im Heim.

Wie hat er sich danach gesehnt,
dass unsere Liebe zu ihm geht,
doch nichts haben wir IHM geschenkt,
wir haben IHN damit gekränkt.

Wer denkt schon heute noch daran,
was JESUS tat, der LIEBESMANN!
Er ließ des Vaters Herrlichkeit
und machte sich für uns bereit!

In einem Stall kam er zur Welt.
Er hatte weder Gut noch Geld,
um uns zu retten ging er dann
diese schwere Lebensbahn.

Wir feiern Weihnacht ohne IHN,
der für uns gab sein Leben hin!
Es hat so seinen Sinn verloren,
für IHN der in dem Stall geboren!

Lasst uns besinnen, jedes Jahr!
Ganz neu entdecken WAS GESCHAH,
was es für unser LEBEN heißt,
das Jesus sich vom Vater reißt!

Wir brauchen IHN, denn niemand kann,
sonst CHRIST SEIN, das geht niemals an!
Drum lasst falsches Feiern sein,
denn ohne IHN sind wir allein.

Lasst uns denken, NUR AN IHN,
dann müssen uns're Ängste fliehen.
Wir feiern und wir jubeln dann,
für das, was Gott der HERR getan.

Die wahre Freude kehrt dann ein,
in unser geschmücktes Weihnachtsheim!
Das Herz wird seine Krippe sein,
und gerne kommt er zu uns rein!

In Vorfreude für die kommende Zeit,
ist Weihnachten nun nicht mehr weit.
Drum seid so schlau in diesem Jahr,
Gedenket SEINER und was geschah!

Er wurde im Stall für uns geboren.
War uns zur Rettung auserkoren,
hat sich für uns ganz klein gemacht,
damit das Herz des Vaters lacht.

Wir dürfen Gottes Kinder sein,
ER kam in unsere Welt hinein,
die Finsternis ist aufgehellt,
GEBOREN IST DAS LICHT DER WELT!

Wie wird die Welt dann einst wohl sein,
wenn wir in Jesus kehren heim,
er ist unser - wir sind sein,
dann erst wird wahres WEIHNACHTEN SEIN!

 

 

 

***

 

Am Weihnachtsabend

Sinnend geh' ich durch die Straßen,
menschenleer ist's um mich her.
Verlassen stehen Markt und Gassen
im Glanz vom Weihnachtslichtermeer.

Alle Menschen in dem Städtchen
ruhen sich vom Trubel aus.
Geschlossen ist auch's Tabaklädchen
hinterm alten Opernhaus.

Viele Fenster sind beleuchtet,
Kerzen brennen hier und dort.
Die Luft, fast feierlich befeuchtet
trägt den Alltag mit sich fort.

Stille steht an allen Ecken,
"Friede" flüstert leiser Wind
über Häuser, Bäume Hecken
ins Herz zu jedem Menschenkind.

Feiner Schnee bedeckt die Erde,
funkelt zart im Lichterschein.
Heil'ge Feiertagsgebärde
zieht nun in Häuser ein.

Segnend streift durch diese Hülle
Gottes Wunder jener Nacht.
Heil und Rettung war sein Wille,
Gottes Sohn hat ihn vollbracht.

 

Weihnachten

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